
Foto: Streetfiles
Alexander Krex/Tagesspiegel:
„1UP“ gibt es nur nachts, tagsüber sind die Mitglieder der Crew Bäcker, Kameramänner, angehende Lehrer. Etwa zehn Männer und drei Frauen sind sie, alle zwischen 20 und 30 Jahre alt. Keine mit Butterfly-Messern in der Jeanstasche, keine, die Omas überfallen. „Wir machen positives Zeug“, sagt Tim. Es ist Ansichtssache. Es gibt Videos, da stürmen sieben von ihnen einen U-Bahnhof in Zehlendorf, mit ihren schwarzen Masken sehen sie aus wie ein Terrorkommando. Sie ziehen die Notbremse, damit der Zugführer eine Zwangspause einlegen muss. Innerhalb der nächsten zwei, drei Minuten sprühen die Maskierten literweise Farbe an die U-Bahn. Die Fahrgäste können nur apathisch zugucken, wie die Fensterscheiben vor ihren Augen blind werden. Es ist gespenstisch. Als der Polizeiwagen mit einer Vollbremsung vor dem Bahnhof hält, sitzt Tim im Gebüsch auf der anderen Straßenseite. Er filmt.
Kleiner Einblick in die (Gedanken)Welt eines Mitglieds der ziemlich bekannten und in Berlin sehr präsenten Graffiti Crew “1UP”. (via)
∞