
Die re:publica 09 war meine erste und ich bin mit relativ wenig Anspruch und Erwartungen nach Berlin gekommen um diesem legendären “Bloggertreffen” einmal beizuwohnen. Es hat sich gelohnt den weiten Weg von Mainz in die Hauptstadt anzutreten, viele nette Leute habe ich kennengelernt und wiedergetroffen, mit ihnen gefachsimpelt, über Gott und die Welt gelabert und Vorträge besucht. Schön war´s, auch wenn die Technik, sprich das WLAN, die Teilnehmer nicht wirklich mit seiner Anwesenheit beglückt hat. Irgendwie ja ein bisschen peinlich für die Veranstalter einer Internetkonferenz, andererseits war es aber auch irgendwie egal. Mir ist deswegen jedenfalls kein graues Haar gewachsen. Dafür rockte das Social Medium Nr.1 die RP09: Sonne! Davon gab es nämlich die drei Konferenztage reichlich. Aber wo viel Licht ist, ist auch Schatten und der zeigte sich bei einigen Vorträgen und Panels. Zu wenig Biss/langweilig, holpriges Englisch, pseudointellektuelles Abgelese und Beiträge bei denen ich nur dachte: WTF! Aber, man muss es ja erst mal besser, bzw. überhaupt machen.
Die meisten Vorträge die ich besucht habe, waren aber auf der Bewertungsskala irgendwo zwischen OK und sehr gut. Spass gemacht hat z.B. Sebastian Deterding mit seinem Beitrag über persuasives Webdesign, Cory Doctorow hat ´ne ziemlich unterhaltsame Art die Zuhörer zu begeistern aber auch viele andere wussten ihr Publikum zu unterhalten und gut mit Informationen zu versorgen. Nilz Bokelberg bewies seine Qualitäten als Entertainer und sollte mal darüber nachdenken einen Videocast zu machen in dem er Geschichten aus seinen Leben erzählt. Ich sag nur: Mini Playback Show. Beeindruckend war auch der Vortrag von Esra’a Al Shafei über Social Media im mittleren Osten. Ist ja alles nicht so einfach dort. Meinungsfreiheit ist in diesen Ländern ja nicht unbedingt so angesagt und das bestehende Frauenbild irgendwie auch nicht mehr zeitgemäß. Auf alle Fälle ist dort aber so einiges am Laufen wie z.B. MideastYouth.com, einem preisgekrönten unabhängigen Netzwerk, dessen Ziel es ist, junge Menschen zu ermutigen und unterstützen, die Chancen freier Meinungsäusserung wahr zu nehmen. Meiner Meinung nach ein wunderbares Beispiel dafür wie geil Internet und die ganzen Plattformen zur Vernetzung sind.
So, genug getippt. Wollte ja nur mal schnell meinen ersten Eindruck loswerden. Fazit: Wer von dieser Veranstaltung nichts mitgenommen hat (und wenn´s nur ein T-Shirt oder Poken war) ist meiner Meinung nach selbst schuld. Manch Möchtegern, für alles Regelaufsteller, oftmals unzureichender Datenschutz und das ein oder andere pseudo-elitäre Grüppchen stimmen zwar etwas nachdenklich, ändern aber trotzdem nichts an der Tatsache das Internet einfach toll ist und jede Menge Spass macht. Und dieses positive Feeling war doch irgendwie immer und überall zu spüren. Ich glaube ich komm wieder…









Dieser Beitrag wurde 2 mal kommentiert
am 6. April 2009 um 20:50
«Zu wenig Biss/langweilig, holpriges Englisch, pseudointellektuelles Abgelese und Beiträge bei denen ich nur dachte: WTF! Aber, man muss es ja erst mal besser, bzw. überhaupt machen.»
Das seh ich genauso. Wir meckern immer alle gern. Aber mal selber bekommen wir den Hintern nicht hoch. Da kann ich mich selber auch nicht ausnehmen. ;)
am 6. April 2009 um 20:50
Gut beschrieben Andreas.
Aber was ist “persuasives Webdesign”?
cu
Du willst was sagen?! Na dann mal los.