Loomit der Sprayer – BR/Arte Doku

Ok, die BR/Arte-Reportage über Loomit hat zwar schon gut 2 Jahre auf dem Buckel ist aber trotzdem interessant anzusehen und Loomit ist sowieso zeitlos.

Angefangen hat er seine Karriere damit, dass er als 15-jähriger Schüler eines Nachts heimlich den grauen Wasserturm seiner bayerischen Heimatstadt mit Sprühfarben bemalte. Die öffentliche Empörung war groß, aber der Täter blieb unentdeckt. Das war 1983, und die Rede ist von Loomit, dem wohl bedeutendsten deutschen Graffitikünstler. Seine allein erziehende Mutter zog mit dem Jungen fort in die Anonymität der Großstadt, nach München. Es dauerte aber nicht lang und Loomit war ein Star in der Münchner Sprayerszene, die mit ihren illegalen Malaktionen an Haus- und Fabrikwänden, an Brückenpfeilern und auf S-Bahnzügen einen fortwährenden Kleinkrieg mit der Polizei führte. Den kunstverständigen unter den Kriminalbeamten dämmerte allerdings bald, dass sich hinter dem Pseudonym Loomit ein wirklicher Könner verbarg.

Mathias Köhler, so Loomits richtiger Name, führte, wenn er nicht gerade mit der Spraydose unterwegs war, ein geregeltes, bürgerliches Leben. Er ging brav zur Schule und machte sein Abitur. Und weil er so begabt war, bekam er schon als Schüler den einen oder anderen legalen Auftrag von Werbeagenturen. Damit er seinen Lebensunterhalt und seine vielen “Kunstreisen” zu besprühbaren Wänden in aller Welt finanzieren konnte, ließ er sich nach dem Abitur zum Tätowierer ausbilden.

Vor zehn Jahren bekam er von einem Münchner Hallenbetreiber die ersten einträglichen Großaufträge. Loomit wurde sesshaft und gründete eine Familie. In der Graffitiszene ist der junge Familienvater inzwischen ein alter Meister, den die Nachwuchssprayer als Idol und Lehrer verehren. Heute arbeitet Loomit nur noch legal, meist in öffentlichem Auftrag und gesponsert von seriösen Konzernen. 2002 wurde er sogar vom Münchner Oberbürgermeister mit dem Schwabinger Kunstpreis ausgezeichnet. Quelle: BR-Online

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Mir geht jede Sympathie ab für die Sprayer Kultur. Taggs sind wie Hundemarken! Und Kunst habe ich noch nie in einem Graffiti gesehen.

  2. @olaf

    macht doch nichts, wenn dir graffiti nicht gefällt. hat ja jeder andere vorlieben und geschmäcker und über kunst wissen wir ja alle, dass sie relativ ist und im auge des betrachters liegt.

  3. Pingback: Ansichtsache « Emanuel Klee

  4. @Olaf Bathke

    Taggs sind für dich nur dann “wie Hundemarken” wenn du dich nicht mit ihnen Beschäftigt hast. Wer sie versteht kann Wände (und noch viel Mehr) wie Bücher lesen: Wer war hier, wie alt sind die Tags und besonders wie sind die Buchstaben dargestellt, immerhin feilen die Maler mist sehr lang an dem eigenen Tagg.