Mit der Arbeit hidden town – verborgene Stadt bietet Gregor Graf anhand fotografischer Arbeiten, einen Blick auf eine von Zeichen gereinigte Stadt. Durch gezielt gesetzte Retuschen werden die architektonischen und strukturellen Kennzeichen der gewählten Londoner, Linzer und Warschauer Stadtmotive verstärkt ins Blickfeld gerückt. Denn längst sind Straßenzüge und gewohnte Stadtmuster in unser Unterbewusstsein, wie wir Stadt erfahren oder uns in ihr bewegen, eingewachsen. Wir durchqueren diese Räume vermehrt nur noch mit Hilfe von leitenden und beschreibenden Zeichensystemen – Städte sind zu literarischen Räumen geworden. In diesen Bildern präsentieren sie sich dem Betrachter aber als zeichenentleert und ohne die gewohnten Anhaltspunkte. Sie wirken dadurch unwirklich, kulturell austauschbar und fremd, bieten aber gleichzeitig einen Blick auf sonst verbaute Architektur, veränderte Wahrnehmungsmuster und „geklärte“ Raumsysteme.

